Stellungnahme Protagonistin aus „Die Tote in der Tränenburg“

Mein Fall in der Tränenburg… Das war ein ganz besonderer Fall für mich. Für Frieda, unsere Auszubildene, war es der erste Mordfall. Ich entschloss mich damals, sie mitzunehmen, und habe diese Entscheidung nie bereut. Sie macht der Goldenen Garde mittlerweile alle Ehre, ich bin verdammt stolz auf sie!

Aber ich schweife ab. Ja, die Tränenburg. Nie werde ich dieses Gefühl vergessen, als ich sie das erste Mal sah… Diese Beklemmung. Die Angst, die das Gebäude und die Umgebung ausstrahlten. Ich hätte von Anfang an wissen sollen, dass der Fall zu einem wahren Desaster werden würde.

Ich bin auch nur ein Mensch, weißt du? Ich mache Fehler. Ich habe Schwächen. Was die Tränenburg anbelangt war ich wirklich unfassbar leichtsinnig. Was mich fast das Leben gekostet hätte. Ich würde ja sagen, ich würde es beim nächsten Mal anders machen, doch ich denke, wir wissen beide, dass das nicht wahr ist.

Die Tränenburg… Schauplatz eines Verbrechens, das mich bis heute verfolgt. Manchmal träume ich davon. Von der Grausamkeit der Menschen.

Wir kamen damals an den Tatort und dachten zugegeben, leichtes Spiel zu haben: Ein Mord, ein durch die Stadtgarde innerhalb weniger Minuten abgeriegelter Tatort, eine Handvoll Verdächtige – nichts leichter als das, oder?

Doch dann kam alles ganz anders.

Ich will nicht lügen; die zeit in Widdersbach war eine harte Lektion für mich. Und doch ist es gut, dass es kam, wie es gekommen ist. Wir haben viel erreicht. Dafür bin ich Gardistin geworden, weißt du? Um Dinge, um die Welt zu verändern! An der Vergangenheit, auch meiner eigenen, kann ich leider nichts machen, aber die Zukunft kann und werde ich mitbestimmen. Zumindest, was die Tränenburg anbelangt. Und mich. Das habe ich aus dem Fall gelernt. Das und was eine Fleischtasche ist. Ich habe das Rezept gleich an meine Lieblingswirtin hier weitergegeben!

Nein, es war hart. Die Tränenburg hat mich eiskalt erwischt. Am Ende sind wir natürlich erfolgreich aus der Sache herausgegangen, aber ganz ehrlich? Freiwillig bekommet mich keine mehr in die Tränenburg.

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