Leuchtend Grün

Alles brannte. Jeder Zentimeter Haut schien in Flammen zu stehen. Ich lag auf dem Bauch, Schweiss ran mir durch Ritzen, in denen es mehr als nur unangenehm war, und ich hätte gerne geweint – vor Erschöpfung oder Schmerz oder Verzweiflung.

Irgendwas hätte sicher gepasst.

Doch ich bin leer. Leer und trocken, dem Verdursten nahe.

Noch nie habe ich mich so hilflos und ausgeliefert gefühlt!

Etwas flimmert durch die Luft, spiegelt sich in der Hitze. Grün. So grün. Neuer Lebensmut erfasst mich. Grün? Hier? Das kann nur eines bedeuten: eine Oase. Wasser. Leben. Nicht weit von mir, hoffentlich. Ich strecke die Hand aus, eine Berührung reicht und neue Kraft wird mich berauschen und durch  mich hindurchfließen.

Doch je mehr ich die Hand ausstrecke, desto weiter entfernt sich das Grün.

Dabei brauche ich es! Ich brauche es so dringend!

Grün. Alles ist grün. Leuchtend grün. Und schwarz.

Eine Karawane reitet vorbei, staunt über ein glitzerndes, glänzedes Ding im Sand: eine Glühbirne, in der sich das Licht bricht und den Sand in den Farben des Regenbogen leuchten lässt. Ein grüner Streifen leckt über vekrampfte Finger, die aus dem Sand ragen.

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