Die gestohlenen Juwelen – Sophia Alea

»Du willst was?« Ihre Mutter schnitt weiter das Gemüse in kleine, gleichmäßige Würfel. Nur die erhöhte Tonlage ihrer Stimme verriet ihren inneren Aufruhr.
»Mutter, das kann doch jetzt wirklich nicht so überraschen für dich sein! Ich wollte schon immer Teil der königlichen Garde sein! Wieso also so überrascht tun, wenn es sowieso schon bekannt war? Mach dich bitte nicht lächerlich!« Kaum hatte sie den letzten Satz ausgesprochen, hätte sie sich am liebsten die Zunge abgebissen. Es war nicht klug, ihre Mutter zu reizen, war sie doch die einzige, die ihrem Vater das Gold aus den Taschen locken konnte, um der Tochter die Rüstung zu bezahlen. Und diese würde sie brauchen, wenn sie ihre Ausbildung zur königlichen Kriegerin beginnen wollte. »Es tut mir leid. Ich wollte … das hätte ich nicht sagen sollen. Aber du weißt, wie sehr ich mir wünsche, eine Kriegerin zu sein. Bitte, hilf mir!«
»Deine Schwestern hatten wenigstens realistische Wunschvorstellungen. Du allerdings – sieh dich doch mal an! Du bist klein, schmal und schwach!« Ihre Mutter drehte sich abrupt um, das Messer in der Hand. Sinthari wich einen Schritt zurück. Sie wusste, dass ihre Mutter impulsiv war und ihre Worte gerne mit Hand und Fuß untermalte, um ihnen mehr Ausdruck zu verleihen. Sie verspürte kein Bedürfnis danach, Bekanntschaft mit dem Messer in ihrem Körper zu machen. »Jetzt nimm das Tablett und trag es hinüber in den Gastraum. Du hast schon lang genug getrödelt. Die Gäste warten auf ihren Gewürzwein.«
Sinthari verzog das Gesicht, griff nach dem runden Holztablett mit den dampfenden Bechern darauf und betrat den Gastraum. Die Schenke ihrer Eltern hatte die perfekte Lage, um stets gut gefüllt zu sein. Den königlichen Basar direkt vor dem einen Eingang, das südliche Stadttor, das gleichzeitig auch Knotenpunkt für den Hafen war, vor dem anderen Eingang – es herrschte immer ein buntes Treiben im Gastraum. Ihr Blick wanderte über die königliche Garde, die Eliteeinheit der Waldläufer und Schurken, die Magier und Hexenmeister, Priester und Paladine. Dazwischen immer mal wieder ein normaler Bürger, ein Händler oder einfach nur eine Familie mit Kindern. Sinthari lächelte. Ja, eigentlich liebte sie es, ihren Eltern hier zu helfen. Der stetige Kontakt mit anderen, immer wieder neue Geschichten und Abenteuer erzählt zu bekommen, beflügelte ihre Fantasie. Aber sie wollte ihr eigenes Abenteuer erleben. Ihren eigenen Weg gehen und nicht immer von anderen hören, wie sie das taten. Ihre Hände zitterten ein wenig, als sie sich dem Tisch der königlichen Garde näherte und den Gewürzwein vor ihnen abstellte. Sie wurde nicht eines Blickes gewürdigt, was sie nicht weiter wunderte. Im Vergleich zu ihren Schwestern war sie unscheinbar. Ihre weißblonden Haare, ihre grauen Augen und die helle Haut ließen sie farblos erscheinen – vor allem angesichts der Dekoration der Schenke, die über und über mit leuchtend bunten Tüchern versehen war, Kerzen und Lichter, die durch Magie gehalten wurden und bunten, urgemütlichen Kissen. Ein kleines, leises Seufzen entwich ihr. Immerhin stand keine ihrer Schwestern neben ihr – dann wäre sie endgültig verblasst. Athleiá, die Älteste von ihnen, hatte den Beinamen »die Goldene«, da ihre hellbraunen Augen, ihre gebräunte Haut und ihre goldblonden Haare ihr ein überirdisches Strahlen verliehen. Passenderweise hatte ihre Schwester den Weg der Paladine gewählt und schon früh ein außergewöhnliches Talent für die heilige Magie dieser Ritter gezeigt. So hatte sie nicht um Gold betteln müssen. Auch Kathleiá, die mittlere Schwester, überstrahlte sie. Wo Athleiá golden war und sie selbst silbern, so war Kathleiá die Personifikation der Nacht. Schwarze Haare, dunkle Augen, die einen leichten violetten Schimmer besaßen, und ebenfalls stets gebräunt – es war zum verrückt werden. Kein Wunder fiel sie nicht auf, niemals. Sinthari schluckte und entfernte sich langsam wieder. Das Tablett locker in der Hand ging sie zurück in die Küche.
»Und? Neue Bestellungen?« Ihre Mutter schnippelte noch immer Gemüse. Auf den Feuerstellen kochten Eintöpfe, Gewürzweine und allerlei anderes. Es interessierte sie einfach nicht mehr, aber das durfte sie ihren Eltern nicht sagen. Ihr Vater hegte die Hoffnung, dass sie eines Tages jemanden ehelichen würde, der die elterliche Schenke übernehmen würde. Zwar lebten sie in einer aufgeklärten Gesellschaft, in der auch Frauen eine hohe Stellung hatten, aber ihr Vater lebte immer noch nach traditionellen, aber veralteten Vorstellungen. Leider.
»Nein, alle glücklich und zufrieden.« Alle, außer mir. Sinthari hielt wohlweislich den Mund. Ihre Mutter war schon gestresst genug, das konnte sie nicht nur hören, sondern auch an der Art erkennen, wie sie das Messer umklammert hielt. Die Adern traten hervor, die Knöchel schimmerten weiß durch. »Darf ich – braucht ihr mich noch? Oder schafft ihr das mit euren kleinen Helfern allein?«
»Diese kleinen Helfer, wie du sie verächtlich bezeichnest, werden irgendwann auch mal deine Angestellten sein! Du solltest ihnen mit etwas mehr Respekt entgegen treten.«
Sinthari verzog das Gesicht. Wenn es nach ihr ginge, würde sie niemals über die Handvoll Handlanger ihrer Eltern befehligen, sondern das getrost einem Geschäftsführer überlassen, einem Verwalter, der viel zu viel Angst vor ihr hätte, um sie zu betrügen. Sie wartete auf eine Antwort, doch ihre Mutter schien nicht bereit zu sein, sie aus dem unliebsamen Dienst zu entlassen. Mit einem leisen Seufzer zog sich Sinthari hinter die Theke zurück, um zumindest die königliche Garde im Blick zu haben, aber nicht durch die Menge gehen zu müssen. Ihr Vater war sicher froh, wenn sie ihm beim Ausschank half. Oder auch nicht, wenn sie seinen Blick richtig deutete, als sie hinter die Zapfanlage schlüpfte. Sinthari zog den Kopf ein, und versuchte sich, so unauffällig wie möglich zu machen.

»Tochter, sieh zu, dass du dich in die Küche verziehst. Mit deinem Gesichtsausdruck verschreckst du uns die Kundschaft.« Die harschen Worte ihres Vaters erschreckten Sinthari und ließen sie in ihren Bewegungen straucheln. Violetter Wein mit goldenen Punkten ergoss sich über das dunkle Holz der Theke.
»Aber warum?« Seid ihr nicht immer darauf bedacht, mich voll einzuspannen? Und dann arbeite ich freiwillig hier mit und dann ist es auch nicht in Ordnung? Könnt ihr euch mal entscheiden?
»Es ist nicht mehr viel los und das wenige soll nicht durch deine verdrießliche Laune vertrieben werden. Auf, geh nach draußen. Sieh den Kriegern zu, bilde dir ein, eines Tages zu ihnen zu gehören.« Das mitleidige Lächeln ihres Vaters, in dem sie einen Hauch Spott zu erkennen glaubte, entfachte den Trotz in ihr. Rasch wischte sie den Goldnebelwein weg, den sie verschüttet hatte und warf das Tuch auf den Boden. Sollten sie sie doch dafür nachher schimpfen – sie würde sich jetzt wirklich angenehmeren Dingen widmen. Vielleicht schaffte sie es ja, ihre Schwester Athleiá zu erreichen. Vielleicht war die große Schwester in der Lage ihr weiterzuhelfen. Und sei es nur, indem sie beim obersten der Krieger ein gutes Wort für sie einlegte. Als Sinthari die Schenke verließ und das strahlende Sonnenlicht sie etwas unvermittelter traf, als erwartet, blinzelte sie. Die Hauptstadt der Elfen, der Sonnenelfen, war ein einziger Anbetungsort des Lichtes und der Sonne. Sie zogen immerhin ihre Kraft auch aus den Sonnenstrahlen, auch wenn nicht wenige von ihnen nur minimalste Zauber wirken konnten. Die leuchtend goldenen Ornamente an den Gebäuden, die blutroten Verzierungen erinnerten sie schlagartig an ihre Paladinschwester und Sinthari verzog das Gesicht. Vielleicht wäre es besser, die große Schwester nicht um Hilfe zu bitten. Seit diese zu den Paladinen gegangen war, hatte sie sich verändert und völlig dem Licht verschrieben. Nicht, dass Athleiá nachher noch verlangte, dass sie sich ebenfalls den Paladinen anschloss. Mit diesen leuchtenden Rittern wollte sie nichts gemein haben. Beten, dem Licht huldigen und dann doch den Feind mittels Magie in Flammen aufgehen lassen – das war nicht ihre Art zu kämpfen. Sie wollte von Angesicht zu Angesicht den Gegner zerschmettern. Müde rieb sie sich über die Augen. Sie wollte aus der Stadt raus. Sie wollte endlich ihr eigenes Leben leben. Ihren Traum verwirklichen. Und vielleicht eines Tages eine Heldin sein. Langsam ging sie zur großen Schmiede, wo auch die Krieger trainierten – direkt vor der Haustür der Paladinzitadelle. Sinthari stieg die Stufen hinauf, spürte schon die Hitze, die von den Öfen ausgingen und lächelte unwillkürlich. Der salzige Geruch von Schweiß und Asche lag in der Luft, ein Geruch, der für sie mehr als nur Heimat bedeutete. Er verlockte sie, reizte sie, versprach ihr Abenteuer und Unbekanntes. Unauffällig setzte sie sich auf eine der marmornen Bänke und beobachtete die jungen Männer, deren Haut im Sonnenlicht glänzte. Das Spiel der Muskeln, die Anstrengung – der Anblick purer, animalischer Kraft reizte sie und tief in ihrem Inneren wusste sie, dass sie das auch konnte. Vielleicht nicht in dieser Gewichtsklasse, aber sie würde ihnen in nichts nachstehen. Man müsste ihr nur eine Chance geben.
Funken stoben durch die Luft, vermischten sich mit den Schweißtropfen. Sinthari ballte die Hände zu Fäusten. Es juckte sie, reizte sie, selbst die Waffe in die Hand zu nehmen und zu schwingen, sie auszuprobieren. Sie faltete die Hände ineinander und legte sie auf die Oberschenkel. Wie gern wäre sie Teil der Kriegernovizen! Doch sie konnte es sich nicht leisten, sich in die Ausbildung der Krieger einzukaufen. Ohne Rüstung brauchte sie nicht erst erscheinen und ohne Lehrgold würde sie niemand aufnehmen. Es war zum Verzweifeln.
»Schwester!« Eine melodische, helle Stimme erklang, ein Schatten fiel über sie. Sinthari musste all ihre Willenskraft aufbringen, um ihr Gesicht nicht zu verziehen. »Ich dachte mir schon, dass ich dich hier finden würde. Bei den Kriegern, wieder einmal.«
Sinthari wandte den Kopf. Die Blutritter, die stets ihre Schwester flankierten und begleiteten, schienen nicht bereit zu sein, die trainierenden und schmiedenden Krieger auch nur eines Blickes zu würdigen. Sie verstand nicht, warum ihre Schwester als einer der obersten Paladine sich von diesen Hampelmännern begleiten ließ, aber wahrscheinlich war das Teil eines Zeremoniell, das sie nicht verstand.
»Vater hat dir das Gold nicht gegeben, nicht wahr?«
Sprich ruhig das Realistische aus, Schwesterchen. Bloß keine Scheu! Sinthari zählte innerlich bis zehn. Auf elfisch, und danach in der Gemeinsprache.
»Aber warum bist du denn nicht zu mir gekommen? Ich hätte dir helfen können.« Athleiá griff mit ihrer behandschuhten Hand nach ihren. Das Sonnenlicht brach sich an der weißen Rüstung, blendete Sinthari. »Ich habe mit dem Obersten der Krieger gesprochen, er will dich sehen. Wenn du genug Talent besitzt, wird es auch ohne Rüstung und ohne Lehrgold möglich sein, die Ausbildung zu beginnen.«
»Du hast mit ihm geredet? Warum?« Ich sollte dankbar sein, ich sollte es wirklich. Doch etwas in Sinthari sträubte sich dagegen. Ihre Schwester hatte sich in den Jahren, in denen sie die Ausbildung zur Paladina beschritten hatte und zur Obersten aufgestiegen war, verändert. Gönnerhafte Züge und eine dominante, wenn auch sanfte Art hatte die abenteuerlustige, mutige Seite ihrer Schwester verdrängt und das, was aus ihr geworden war, war nicht wiederzuerkennen.
»Ich wollte dir die Möglichkeit geben, deinen Traum zu verwirklichen. Nimm die Chance wahr oder sei trotzig und arbeite ewig bei Vater in der Schenke.« Athleiás sanftes Lächeln war so falsch wie der liebevolle Tonfall ihrer Stimme, nur der kalte Ausdruck in ihren Augen war wahr und bewies, wie sehr sie sich verändert hatte. Sie musste sich abwenden, als ihre Schwester sich erhob und das Sonnenlicht die weiße Rüstung bestrahlte. Das leuchtende Rot und das Gold, mit denen die Rüstung verziert waren, glitzerten. Paladine, Blutritter – die göttliche Elite der Elfen. Sinthari blinzelte, sah ihrer Schwester nach, die mit ihrer Garde wieder ging und dabei den Kriegern auswich. Sinthari sah ihr nach, bis sie die große, weiß-goldene Zitadelle betreten hatten und verschwunden waren.
»Okay, was soll ich machen? Soll ich die Chance wahrnehmen oder soll ich selbst zusehen, wie ich das schaffe?«, murmelte sie leise vor sich hin, hin und hergerissen zwischen den Möglichkeiten.
»Ich würde es tun. Zlak und ich haben unsre Ausbildung auch erkämpfen müssen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass du lange, sehr lange für die ersten Aufgaben brauchst, um zum Training zugelassen zu werden.« Die raue Stimme eines jungen Mannes, der die Schneide eines Schwertes prüfte, riss ihre Aufmerksamkeit an sich. Sie erinnerte sich dunkel an seinen Namen, Krethó. »Wenn sie dir diese Chance ermöglicht hat, solltest du sie wahrnehmen. Du wirst mit dem, was du anhast, auf eine Reise geschickt und musst verschiedene Aufgaben lösen. Und immer, wenn du eine Aufgabe erfüllt hast, oder wenn du in der Hauptstadt bist, sprichst du bei einem der Kriegerobersten vor, der dann deinen Stand prüft und dich einschätzt, wie weit du vorangeschritten bist.« Krethó zwinkerte ihr zu. »Und wenn du so weit bist, wirst du an unserer Seite in den Krieg ziehen und kämpfen. Oder Waffen schmieden und Rüstungen verbessern.«
»Das mag langweilig klingen, aber wir schmieden für alle die Rüstungen. Auch wenn sie überheblich und arrogant auftreten wie diese Paladine oder uns allen überlegen wie die Jäger und Waldläufer, sind sie doch alle auf uns angewiesen.« Ein zweiter Krieger, dessen Namen sie nicht kannte, mischte sich ein und schenkte ihr einen amüsierten Blick. »Gut, Lederrüstungen und Stoffrüstungen fallen nicht in unsren Aufgabenbereich und auch mit Bögen sind wir etwas überfragt, aber alle anderen beziehen ihre Waffen von uns. Zumindest die Grundausführung. Magier, Hexer und Jäger verfeinern dann den Rest und passen ihn an.«
»Ja, das weiß ich.« Sie wusste, dass sie unhöflich war, aber sie wollte sich nicht belehren lassen. Das half ihr einfach nicht weiter.
»Ich würde nicht zögern. So eine Chance erhält man nicht oft im Leben – oder zumindest kein zweites Mal.« Krethó widmete sich wieder dem Schwert und überließ Sinthari wieder ihren Gedanken.

Sie wusste nicht, wie lange sie da gesessen und nachgedacht hatte. Die Kampfgeräusche, die Hitze, der Geruch nach Schweiß und Asche waren in den Hintergrund gerückt. Sinthari setzte sich aufrecht hin, fuhr sich durch die langen Haare. Die würde sie nicht mehr lange offen und lang tragen können.
»Du bist immer noch hier?« Krethós Schatten fiel über sie. »Ehrlich, dafür, dass du uns immer und immer wieder zusiehst – und deine Augen nicht auf unsere Körper, sondern unsere Waffen gerichtet sind -, hatte ich erwartet, dass du es dir nicht nehmen und alles stehen und liegen lässt, um diese Möglichkeit zu ergreifen.«
Nur zu deutlich konnte sie die Verachtung in seiner Stimme hören – und so ungern sie es zugab, er hatte Recht. Sie hatte schon viel zu lange gezögert. Es wurde Zeit zu handeln. Wenn sie die Möglichkeit jetzt nicht ergriff, würde sie für immer als Gastwirtin an der Seite eines Mannes enden, den sie nicht liebte und ein Leben führen, das sie nicht wollte. Allein der Gedanke war ihr so zuwider, dass sie ihn nicht ertrug und aus ihrem Kopf drängte. Jetzt oder nie – sie erhob sich, atmete tief durch. Dass die Krieger im Vorraum der Paladinzitadelle angesiedelt waren, half nicht gegen die Feindschaft der beiden Klassen. Ihr Herzschlag beschleunigte sich mit jedem Schritt. Als sie die wenigen Treppenstufen der Schmiede und des Trainingsplatzes hinunterstieg, spürte sie, wie ihre Hände feucht wurden. Die Aufregung stieg. Sie konnte sich gut vorstellen, was sie erwartete: Ihre Schwester würde auf der Empore im Vorraum stehen, umringt von ihren Blutrittern, zu ihren Füßen die Kriegerlehrer und Obersten. Ging es noch demütigender?
Aber sie hatte keine andere Wahl, wenn sie ihr Leben leben wollte. Sinthari straffte die Schultern. Auch wenn das gleich ziemlich erniedrigend werden würde, würde sie das in Kauf nehmen. Hier ging es um ihren Traum, ihre Zukunft, ihr Leben. Sinthari trat durch den offenen Rundbogen. In der ganzen Stadt gab es keine Türen – nicht in den offiziellen Räumen. Nachts wurden magische Barrieren über die Eingänge gelegt, die jeden Dieb und Eindringling an Ort der Stelle festhielt. Die Stadt der Elfen war voll mit Magie – kein Wunder also, dass ihre naturliebenden Verwandten sich in die Wälder zurückgezogen und die Sonnenelfen sich selbst überlassen hatten. Doch die Fehde zwischen den beiden elfischen Völkern, die einst eins gewesen waren, waren nichts, worüber es sich lohnte, nachzudenken.
»Schwester, trau dich. Tritt ein. Hier wird dir niemand schaden zu fügen.« Athleiá stand tatsächlich auf der Empore und sah auf sie hinab. Genau so hatte sie es sich vorgestellt. Sie hob die Hand, winkte zum Gruß und blieb mitten im Foyer stehen. Sinthari zwang sich, die Halle nicht zu betrachten, sondern sich nur auf die Krieger zu konzentrieren, die bei ihrem Anblick kein sonderlich erfreutes Gesicht machten. Was hast du ihnen erzählt, Athleiá?
»Meine lieben Kriegerkollegen«, begann Athleiá und Sinthari schloss gequält die Augen. Ganz falscher Anfang, Schwester. »Ich bin unglaublich stolz, euch meine liebe Schwester vorstellen zu dürfen. Sinthari. Sie möchte eine Kriegerin werden, eine von euch. Ihr wisst das natürlich bereits, ich habe es euch ja gesagt. Nun, General Torás, Ihr meintet, meiner Schwester eine Chance geben zu wollen. Gebt ihr schon ihre Aufgabe, Ihr werdet es nicht bereuen.« Die unausgesprochene Drohung, was geschah, wenn er es nicht tat, hing noch nach. Sinthari zog den Kopf ein. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Sie hatte ihr neues Leben mit etwas mehr Achtung vor sich selbst beginnen wollen und nicht unter Druck und unter den Augen ihrer Schwester, die ihre neuen Vorgesetzten mehr oder weniger dazu zwang, sie aufzunehmen. Es würde sie nicht wundern, wenn man ihr die absolut letzte Aufgabe zuteilen würde. Irgendwas mit viel Schlamm und Matsch und Höhlen – wobei die Höhlen um Azuralis wirklich rar gesät waren. Sie konnte die Ablehnung in den Augen der Krieger sehen und unterdrückte ein Seufzen. Egal, wie sie diese Chance bekommen hatte, egal, wie sehr man ihr Steine in den Weg legte – sie würde es schaffen.
Torás griff an seine Brusttasche, zog schon ein zusammengefaltetes Pergament hervor, als vor dem Eingang ein Tumult losbrach. Sinthari zwang sich, sich nicht umzudrehen, auch wenn die Neugier sie beinahe in den Wahnsinn trieb. Die Paladine sprangen von ihrer Empore, vor die Krieger. Sinthari konnte die Magie spüren, die die Paladine wirkten, um sich zu wappnen, sah die goldenen Schilder um sie aufblitzen. Auch die Krieger griffen nach ihren Waffen und nahmen ihre Kampfhaltungen ein.
Ein junger Novize, ein Diener des Palastes, stürmte herein, aufgelöst, atemlos. »Paladine! Ritter!«
Sinthari verzog das Gesicht. Natürlich. Wenn Gefahr drohte, wurden immer die Paladine gerufen. Immer.
»Etwas Furchtbares ist geschehen! Jemand hat die magischen Barrieren durchbrochen. Ist in die Schatzkammer eingebrochen und hat die Blutjuwelen der Prinzessin gestohlen. Wir … wir wissen nicht, wer. Aber auch die Prinzessin ist verschwunden. Wir brauchen Eure Hilfe, Paladine! Ihr müsst für uns die Prinzessin finden!« Der Diener sank auf die Knie, demutsvoll. Ohne ein Wort zu verlieren, stürmten die Paladine aus der Zitadelle. Sinthari runzelte die Stirn, wusste nicht, was jetzt geschehen würde. In ihrer Verwirrung wandte sie sich wieder Torás zu und erschrak. Sie sah den gleichen, stählernen Ausdruck in seinen Augen, den ihre Mutter immer dann hatte, wenn sie sich aufregte und kurz vor einem Berserkerrausch stand. Erst als er den Griff um die Waffe lockerte, entspannte sie sich.
»Nun, somit haben wir wohl eine neue Aufgabe für die Schwester der selbstherrlichen Paladina gefunden«, sagte er leise, ausdruckslos. Sinthari schluckte. Das war kein gutes Zeichen. »Du wirst, kleiner Günstling, die Blutjuwelen unserer Prinzessin suchen. Und wage es ja nicht, ohne diese hier wieder aufzutauchen!« Torás war nah an sie herangetreten. Seine grauen Augen hatten sich verdunkelt, schluckten die Pupille. Eindeutig Magie, dessen war sich Sinthari sicher. Ihre Hände zitterten, weswegen sie sie zu Fäusten ballte, und nickte. Unter den strengen Blicken der Krieger verließ sie schleunigst die Zitadelle und suchte eine Bank, abseits jeglichen Trubels. Die Sonne strahlte noch immer, sollte ihre Haut wärmen, doch Sinthari fror und rieb sich die Arme. Wo sollte sie anfangen? Wo sollte sie suchen? Sie hatte kein offizielles Dokument, das bescheinigte, dass sie mit der Suche beauftragt war. Das würde nicht einfach werden.
»Das hier«, jemand tippte sie an, »könnte dir helfen. Ich habe mitbekommen, wie sie dir den Auftrag erteilt haben.« Als sie sich umdrehte, erblickte sie den Diener, der eben noch in der Zitadelle gekniet hatte. »Das hier sind die Hinweise, die wir gesammelt haben. Vielleicht kannst du damit etwas anfangen. Ich weiß zumindest, wie du dich fühlst.« Sie musterte ihn. Er trug die Zeichen eines Novizen der Magiergilde. Offensichtlich hatte er seinen Einstieg in dieses Leben wie sie bekommen: über eine Möglichkeit, die Drecksarbeit für die Klasse zu erledigen und an dieser Arbeit zu wachsen. Vielleicht war es doch ganz gut, kein Magier zu sein, wenn sie genauer darüber nachdachte.
»Danke. Das bedeutet mir viel.« Sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln, das er nicht erwiderte. Stattdessen drehte er sich auf dem Absatz um und verschwand in einer Säule blauer Lichtpunkte. Sinthari schnaubte, so konnte man natürlich auch reagieren, wenn man ein Dankeschön bekam. Das Pergament in ihrer Hand fühlte sich unwirklich an, doch sie hielt es fest umklammert. Sie setzte sich auf die Bank, die im Schatten lag, abseits aller, und öffnete den Umschlag. Sie erkannte die Handschrift als die ihrer Schwester Kathleiá und lächelte. Jetzt wusste sie zumindest, wer ihr die Hinweise geschickt hatte. Und wieder einmal waren es ihre Schwestern, die ihr den Weg ebneten. Ihr Blick wanderte hinüber zu den beiden Kriegern, die noch immer mit den Waffen übten, die sie schmiedeten. Wie sollte sie sich jemals als ebenbürtig betrachten, wenn man ihr so leicht den Weg ebnete?
Sie überflog die Liste mit Hinweisen. Gut, vielleicht war der Weg doch nicht so leicht geebnet, wie sie dachte. Mit keinem der Hinweise ließ sich etwas Sinnvolles anfangen. Verdammt!
»Wenn der Dämon die tote Biene auf den abgenutzten Würfel legt, dann kann nur das Neugeborene des Drachen die Blutjuwelen offenbaren«, las Sinthari leise vor. Sie blinzelte, überflog die Worte noch einmal. Ihre Augenbrauen schossen in die Höhe. »Egal, was ihr Magier in euren Kämmerchen zu euch nehmt, nehmt weniger davon. Oder teilt es mit dem Volk. Das ist ja wirklich jenseits aller Realitäten, die man kennt.« Sie überflog das geschrieben noch einmal. Auch nach dem dritten Mal ergaben sie recht wenig Sinn. Vielleicht würde etwas Gewürzwein helfen. Oder direkt das Gebräu der Schurken, doch dafür würde sie ins Schattenviertel der Stadt gehen müssen und tagsüber war das nicht immer die beste Entscheidung. Wenn sie nachts dorthin schlich, würde sie vielleicht auch jemanden finden, der ihr die Substanz der Magier verkaufte, die ihr helfen würde, nachzuvollziehen, was hier geschrieben wurde und mit welcher Absicht. Aber mit welchem Gold hätte sie das auch bezahlen können? Sinthari fluchte. Ihr erstes Abenteuer, ihre einzige Möglichkeit, sich zu beweisen und gleich so etwas! Sie legte den Kopf in den Nacken, schloss die Augen und dachte nach. Was sollte sie tun? Den Königspalast aufsuchen war nicht möglich. Nicht bei dem Tumult, der herrschte. Die Magierräume lagen in den Türmen des Palastes, so leicht würde sie also auch da nicht reinkommen und ihre Schwester befragen können.
Erneut überflog sie die Worte und seufzte. Sie faltete das Pergament, steckte es in ihre Tasche und erhob sich. Zumindest eines konnte sie tun. Sie konnte sich von ihren Eltern verabschieden. Jetzt würde sie sich nicht davon abhalten lassen, ihr neues Leben anzufangen. Auch wenn der Start sich nicht nur als beschwerlich, sondern sehr verwirrend entpuppte.

Als sie die Schenke betrat, gab das Pergament in ihrer Tasche ihr Kraft. Wenn sie sich gleich ihren Eltern stellen musste, war es besser, zu wissen, dass sie etwas hatte, worauf sie bauen konnte. Ihre Eintrittskarte ins neue Leben, ihr Wegweiser für ihr eigenes Abenteuer.
»Sinthari! Beweg dich! Wird Zeit, dass du auftauchst! Wir brauchen jede Hand, die wir kriegen können!« Die Stimme ihres Vaters dröhnte in ihren Ohren, der Laden brummte, der Lärm, den die anwesenden Gäste verursachten, trieben jeden düsteren Gedanken aus ihrem Kopf. Der Automatismus, der sich immer einstellte, sobald sie hinter der Theke stand, ließ sie sofort routiniert zupacken und Getränke einschenken. Als sie an einen Tisch kam, an dem Vertreter der Schattengilde saßen, ausgewählte Schurken und Attentäter der Krone, kam sie nicht umhin, deren Gespräche mitanzuhören.
»Die Biene, ich sag’s euch, das ist kein Zufall.« Der dunkel gekleidete Schurke, dessen Gesicht von einer dunkelroten Kapuze verdeckt wurde, spielte mit einem kleinen Fläschen, in dem eine giftgrüne Flüssigkeit gluckerte. »Das kann nur eines bedeuten.«
»Du und deine elendigen Verschwörungstheorien!« Eine Frauenstimme, tief und harsch, erklang. Sinthari stellte die Becher ab, versuchte gleichzeitig zu erkennen, wer da sprach. Die Frau, deren Gesicht von Falten zerfurcht war, hatte leuchtend grüne Augen. Magieverstärkt, das wusste Sinthari. Sie war eine Vertreterin der Hexenmeister und Schurken, eine Art Dämonenbändiger, die ihre Macht aus Giften, Schatten und Dämonen zog. Ahire, wenn sie sich richtig an den Namen der beängstigenden Frau erinnerte, war gefürchtet, berüchtigt und stets auf der Suche nach Konflikten, aber unerreicht, wenn es darum ging, Feinde auszuschalten und Verschwörungen aufzudecken. »Spinn dich aus, kleiner Schurke, aber du weißt, dass wir uns erst einmal auf diesen verdammten Botengang konzentrieren müssen. Es muss dieser Magierin wichtig sein, dass wir hier sitzen und warten. So viel Gold wurde schon lange nicht mehr an unsereins bezahlt, damit wir eine Karte übergeben.«
»An wen denn eigentlich? Die Beschreibung war ja nicht wirklich hilfreich.« Der Schurke schmiss seine kleine Flasche in die Luft und fing sie spielerisch wieder auf. »Die silberne Kriegernovizin. Wer im Namen aller Blutslinien soll das denn sein?«
»Die da.« Ahire starrte Sinthari direkt in die Augen, die völlig gebannt vergessen hatte, sich unauffällig zurückzuziehen. »Mädchen, du bist doch die Kriegernovizin, die diese Magierin Kathleiá gemeint hat, nicht wahr? Deine Schwester?«
Sinthari nickte. Wieder einmal ihre Schwester, wieder einmal Hilfe, die sie eigentlich nicht bekommen sollte. Sie sollte es selbst schaffen, sollte die Hinweise selbst interpretieren und lesen können. Aber nein, jede ihrer Schwestern glaubte, ihr helfen zu müssen. Als ob sie nichts selbst auf die Reihe bekommen würde! Es war zum Ausrasten. Ein roter Schleier legte sich auf ihre Sicht und sie blinzelte. Was zum Geier war das denn?
»Ja, eindeutig eine Kriegernovizin. Ich habe den roten Schleier der Wut gesehen! Sie ist die Richtige. Iraki, gib ihr die Karte. Los.« Ahire griff nach dem Becher, den Sinthari ihr hingestellt hatte, und streute Blätter hinein. Sofort zischte und rauchte es und ein seltsamer Duft kroch in Sintharis Nase. Eine Alchemistin! Natürlich. Ahire war eine außergewöhnliche Frau, warum also nicht auch in der Alchemie begabt? Es wunderte Sinthari zumindest nicht.
»Ey, nimmst du die Karte jetzt oder nicht? Ich dachte, du willst Krieger werden? Zumindest hat uns das diese Robenträgerin erzählt.« Der Schurke, Iraki, wedelte mit einem großen, bunt gemalten Pergament. Einer Karte, wie sie unschwer erkennen konnte. Sinthari Hände zitterten, als sie sie ergriff. Das Dankeschön, das sie murmelte, war kaum hörbar, aber immerhin hatte sie den Anstand besessen, eines auszusprechen. Mit wild klopfendem Herzschlag zog sie sich hastig zurück. Zwar wusste sie, dass sie wieder einmal Hilfe bekommen hatte, aber die Zuversicht, die Aufgabe zu lösen, war nun zumindest stärker als zuvor. Jetzt würde sie ihren Eltern auch erklären können, dass sie gehen würde, ohne das Gefühl zu haben, in einen Abgrund zu fallen oder am Ende sowieso zu versagen. Sie würde es schaffen – und ab jetzt ohne ihre Schwestern.
»Vater, Mutter? Habt ihr einen Moment?« Sinthari sah sich um. Sie war wohl länger an dem Tisch stehen geblieben, als sie gedacht hatte. Der Gastraum hatte sich mittlerweile geleert, die Gäste waren zufrieden, jeder hatte ein Getränk oder Speisen oder beides vor sich stehen. Der Anflug von schlechtem Gewissen kam auf, doch sie schob diese Gefühle zur Seite. Von nun an würden ihre Eltern ohne sie zurecht kommen müssen.
»Wo warst du? Warum hast du so lange getrödelt?«, fuhr ihre Mutter sie an und fuchtelte mit einem kleinen Beil. Sinthari hob beschwichtigend die Hände.
»Entschuldigung, aber das war wichtig. Ich muss … ich habe einen Auftrag. Von den Kriegern. Ich werde gehen und mein eigenes Leben führen, so wie ich es schon immer wollte. Ich wollte mich … ich wollte mir nur von euch verabschieden.« Sie schluckte. Es fiel ihr doch schwerer als erwartet. »Ich werde mein erstes Abenteuer als Kriegernovize antreten und für lange Zeit wegbleiben.« So, jetzt war es raus. Sie hatte die Worte ausgesprochen. Damit war es offiziell. Doch ihre Eltern schienen nicht davon beeindruckt zu sein. Stattdessen lachte ihre Mutter kurz auf, bevor sie sich wieder den Speisen widmete. Ihr Vater hingegen musterte sie abschätzend, bevor er eine Augenbraue hob.
»Du wirst eh bald wieder hier sein. Wenn du gescheitert bist, wirst du erkennen, was du an uns und unserer Schenke hast. Mach du nur, aber glaub nicht, dass wir dir Gold mitgeben werden. Athleiá und Kathleiá haben es auch aus eigener Kraft schaffen müssen, und so auch du.« Ein sanftes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. »Nicht, dass ich es dir nicht gönne, wenn du es schaffst, aber vielleicht hättest du dir einen anderen Zweig suchen sollen. Das Kriegerleben ist hart und ich habe Angst, dass du dich verrennst. Mach dir nur keine Sorgen, wir werden es hier schon schaffen. Pass lieber auf dich auf, dass dir nicht allzu viel passiert.« Herzlichere Worte brauchte sie nicht zu erwarten. Sie wusste, dass ihre Eltern auch ihre Schwestern mit Gefühlen und Tränenausbrüchen überschüttet haben. Sinthari wartete, ob noch etwas kam – eine Umarmung, ein liebevolles Lächeln, irgendwas. Doch ihre Eltern hatten sich längst wieder ihrer Arbeit gewidmet. Damit war sie also entlassen. Sinthari nickte traurig, ihr Herz wurde schwer. Sie stieg die Stufen zu ihrem Zimmer hinauf und suchte die hilfreichsten Sachen, die sie fand, zusammen. Ihr kleiner Beutel war schnell gefüllt, und Sinthari wusste nicht, ob sie nicht lieber auf einige kleine sentimentale Dinge verzichten sollte. Zumindest das Medaillon mit dem Familienbild würde sie mitnehmen, ansonsten sollte sie sich besser nicht mit unnötigem Gepäck belasten. Ein letztes Mal wanderte ihr Blick durch den Raum, der so viele Jahre ihre einzige Flucht vor der Arbeit in der Schenke gewesen war, und trat hinaus auf den Flur. Die magische Barriere, die sie als Kind immer trotzig beschworen hatte, ließ sie aus, ließ den Bogen frei und geöffnet. Sinthari zwang sich, ruhig zu atmen, auch wenn sie nicht wusste, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Das Heimweh setzte schon jetzt ein, kaum dass sie ihr Elternhaus verlassen hatte. Und doch sprang ihr Herz ihr beinahe aus der Brust, so aufgeregt schlug es bei dem Gedanken, ihr eigenes Abenteuer beginnen zu können. Als sie durch die Stadttore ging, faltete sie die Karte auseinander und runzelte die Stirn. Mit den Hinweisen im Kopf versuchte sie, herauszufinden, wo sie zuerst hingehen sollte. Doch es ergab noch immer keinen Sinn. Die vielen Markierungen verwirrten sie, doch irgendwo sollte sie anfangen. Sinthari hob den Blick und suchte den Himmel ab. Wenn sie an »das Neugeborene des Drachen« dachte, gab es nur eine Richtung, die sie einschlagen konnte. Die Badari-Berge.

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