5. Kapitel

„Guten Tag. Ich bin Magret Beatesdother, das hier sind Katharina von Ostwig, Diana Korneliasdother, und unsere Auszubildende Frieda Sanderin.“Ich strecke meine Hand aus, die von der Gardeobersten herzlich geschüttelt wird. „Jolanda Hüterin, Stadtgarde. Herzlich willkommen! Wenn ich um einen Tropfen Ihres Blutes bitten dürfte?“„Sie kommen wohl gleich zur Sache, was?“Die Obere zuckt mit den Schultern. „Nun, wir haben kein…

4.Kapitel

„Frau Beatesdother?“„Ja?“„Sie können doch Lügen erkennen, nicht wahr?“„Ja, zumindest meistens. Wieso?“„Nun ja“, Frieda weicht meinem Blick aus. „Wieso, äh, wieso können Sie dann nicht jeden Fall ganz schnell lösen?“Die Frage musste ja irgendwann kommen.„Ich meine“, fährt das Küken hastig fort, „Sie müssen doch einfach nur jede fragen, ob sie den Mord begangen hat, oder?“Ich schmunzele. „Ganz so einfach is…

3. Kapitel

„Die Notärztin konnte nur noch den Tod des Opfer feststellen. Das hier sind alle Erwachsenen im Heim“, die Gardistin lässt ein neues Bild entstehen, welches drei weibliche und drei männliche Personen mit erschrockenen, verängstigten oder zornigen Blicken zeigt, „Sie wurden von der Garde als erstes untersucht. Sie konnten bei keiner Person etwas Verdächtiges feststellen.“Ich nicke. Bis jetzt ist alle…

2. Kapitel

Im Goldenen Reich gibt es kaum Morde, vor allem nicht außerhalb der großen Städte. Früher, vor über 500 Jahren, als noch die Männer an der Macht waren, waren Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Doch die jahrzehntelangen Hexenkriege haben den Menschen hier den Blutdurst abgewöhnt, so zumindest meine Theorie. Außerdem haben es die Menschen bei uns gut, sogar di…

1. Kapitel

Seit ich denken kann, wollte ich nichts anderes werden als eine Gardistin und abends nach einem langen Arbeitstag nach Hause zu kommen zu einem liebevollen Mann, der mit einem Lächeln und einer leckeren Mahlzeit auf mich wartet. Mehr hätte es nicht gebraucht, um mich glücklich zu machen. Doch das Leben wollte es anders.Ich gebe zu, dass Geor…

Prolog

Ich dürfte eigentlich gar nicht hier sein. Gut, mag nun die eine oder andere denken, das würde vermutlich jede in dieser Situation sagen. Zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, kann etwas ziemlich Schlimmes sein. Jetzt und hier würde ich jede bemitleiden, die in meiner Situation wäre. Und mir gleichzeitig – nicht bösartig, aber zumindest mit gerunzelter Stirn – denken, dass diejenige ja schon irgendwie… naja, nicht selbst Schuld wäre,nein, aber dennoch… sagen wir… unvorsichtig gewesen wäre. Ich hätte es besser wissen müssen, weiß die Göttin, und jetzt stehe ich hier umgeben von lauter Menschen, die mir ans Leder wollen.Das mit dem „ans Leder gehen“ meine ich übrigens ernst: Vor mir vibriert gerade ein Türknauf unter der Magie der einen Hauptverdächtigen, während hinter mir die andere Hauptverdächtige langsam den Dreh herausbekommt, wie eine mit Hilfe von Ranken eine schwere Eisentür aufbekommt. Ich muss zugeben, dass ich diese Art der Pflanzenmagie bislang unterschätzt hatte. Immerhin können normale Pflanzenwurzeln auch Mauerwerk zum Einsturz bringen, wenn sie genug Zeit haben, nicht wahr? Und hinter den beiden Damen – da mache ich mir gar nichts vor – stehen noch weitere Personen Schlange. Beliebt gemacht habe ich mich bei keiner von ihnen, so viel…

Racheträume – Kapitel 25

25»Das war Rettung in letzter Sekunde«, meine ich zu Rosa. »Die wird ganz schöne Kopfschmerzen haben«, sagt sie und lacht. Von der Straße weiter oben sind Sirenen zu hören. Ich schaue hinüber und sehe die Blaulichter durch die Bäume blitzen. »Los!«, faucht Rosa. »Schneller, oder willst du dich erwischen lassen?« Mein Fuß meldet sich mit stechenden Schmerzen…

Racheträume – Kapitel 24

24Es war früher Vormittag, als Schreiner aus dem Krankenhaus kam und völlig ermattet die Haustür hinter sich zusperrte. Tschannen war so freundlich gewesen und hatte sie nach Hause gefahren. Sie schlüpfte aus den Schuhen, legte das Holster und die Handschellen, die sie wieder zurückbekommen hatte, ab und zog noch in der Diele die Hose aus. Ihre Händ…